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Nachteile von Biogas-Anlagen PDF Drucken E-Mail

Nachteile:

  1. Gefahr der Monokultur: Da Betreiber von Biogasanlagen regelmäßige und attraktive Abnehmer von Landwirtschaftsprodukten sind, kann es sein, dass der Landwirt sich einseitig auf die Belieferung dieser Anlagen ausrichtet. In Deutschland verhindern gesetzliche Regelungen und deren Überwachung durch staatliche Ämter monokulturelle Bewirtschaftung des Bodens. Die Zulieferer für die Grimmaer Anlage nutzen weniger als fünf Prozent ihrer landwirtschaftlichen Fläche für Biogas-Ausgangsstoffe. Dies zeigt, dass keine Gefahr einer einseitigen Bodenbewirtschaftung besteht.
  2. Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung: Landwirtschaftliche Flächen, die für Biogas-Ausgangsprodukte genutzt werden, stehen nicht zur Nahrungsmittelproduktion zur Verfügung. – Im Grimmaer Umland ist dies kein Problem, da nur ein sehr kleiner Teil der Fläche für die Biogas-Produktion verwendet wird.


Risiken:

  1. Das bei weitem größte Risiko wäre, global gesehen, wenn man auf den Einsatz von erneuerbaren Energien verzichtet.
  2. Das Risiko von Unfällen bei Biogas-Anlagen liegt unterhalb des Industrie-Durchschnitts. Der Gesetzgeber hat deshalb keine besonderen Sicherheits-Auflagen für Biogas-Anlagen erteilt.
  3. Verpuffungsrisiko: Falls ein Gasbehälter undicht wird und das Gas sich entzündet, kann es zu Verpuffungen kommen. Gasexplosionen sind kaum möglich, da Biogas lediglich ca. 50 % Methan und keinen Sauerstoff enthält. Das erzeugte Gas wird sofort verbraucht.
  4. Risiko des Austritts von fermentierter Masse: Diese kann durch eine Stickstoffüberlastung den Boden verschmutzen. Aufgrund der Bauart der Grimmaer Biogas-Anlage und der Einhaltung der Sicherheitsvorschriften (Leckerkennung, Füllstandsüberwachung u.a.) wird dieses Risiko minimiert. Die Maßnahmen zur Umsetzung der Sicherheitsvorschriften werden von der Genehmigungsbehörde genehmigt und überwacht.


Geruch:

  • Das Biogaserzeugungsverfahren selbst ist geschlossen und damit geruchsfrei.
  • Gerüche können durch die Zuschlagsstoffe und den Abtransport des Gärrestes entstehen. Die Zuschlagstoffe bestehen vor allem aus frisch geschnittenem Gras oder Mais. Geruchsintensive Abfallstoffe werden in der Biogasanlage Grimma nicht eingesetzt.
  • Kommentar einer Nachbarin, die 100 m entfernt von einer baugleichen Anlage im Gewerbegebiet Bitterfeld arbeitet: "Man riecht praktisch nichts, außer ein oder zweimal im Jahr, wenn offenbar Wartungsarbeiten durchgeführt werden."